Tourismusverband Erzgebirge e.V.
Adam-Ries-Straße 16
09456 Annaberg-Buchholz

Auf durch das Zuger Bergbaugebiet

Das Zuger Bergbaurevier ist Bestandteil des UNESCO-Welterbes Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří. Die Wanderung macht die wesentlichen montanhistorischen Objekte und Landschaftseindrücke erlebbar. Zu sehen sind u.a. Bergwerksanlagen des 16. bis 19. Jahrhunderts, gebietstypische Haldenlandschaften sowie Anlagen der bergbaulichen Wasserwirtschaft (Kunstgräben und -teiche).


Erleben Sie das UNESCO-Welterbe der Montanregion Erzgebirge/Krusnohori auf diesem Rundweg durch das Bergbaurevier Zug, das Teil der Montanlandschaft Freiberg ist. 

Details of the selected route

Difficulty easy
Length 9,1 km
Duration 2:15 h
Ascent 44 m
Descent 44 m
Start Gewerbegebiet Häuersteig, Freiberg
Destination Gewerbegebiet Häuersteig, Freiberg

Directions

Start ist am Fachmarktzentrum Häuersteig in Freiberg. Überqueren Sie die Bundesstraße und wandern Sie auf dem Fuß- und Radweg in Richtung Brand-Erbisdorf. Linker Hand stehen die "Drei Kreuze". 

Der Zugang ist auch am Radweg hinter der Gaststätte „Letzter 3er“ (Haltestelle Bus oder Parkplatz) etwas weiter südlich möglich. Zunächst führt die Wanderung auf dem – Radweg weiter nach Süden. Rechts des Weges zwischen B 101 und Radweg begleiten den Weg die Schachthalden der ehemaligen Gnade Gottes Fundgrube (Fundgrube an der Gaststätte „Letzter Dreier“, südwärts 1. bis 5. obere Maßen auf dem Palmbaum Gangzug), deren Hauptbetriebszeit im 17. Jahrhundert lag. Nach Erreichen der – Schulstraße wird der Radweg verlassen und nach links (rechts Hammers Gaststätte) bis zur Straße – Am Drei Brüder Schacht gewandert und in diese nach rechts eingebogen.

Der Weg folgt hier dem Wanderweg Erzgebirge – Vogtland (rote Markierung). Gegenüber der Einmündung der Schulstraße steht auf einer Halde in dichtem Gebüsch der durch jüngere Anbauten verunstaltete Pulverturm der Grube Segen Gottes Herzog August, die auf dem Altrosenkranzer Gangzug von 1612 bis 1898 baute. Wichtigster Schacht dieser Grube war der bereits erwähnte Drei Brüder Schacht, in dem Professor Ferdinand Reich 1831 seine berühmten Fallversuche zum Nachweis der Achsendrehung der Erde ausführte und wo 1915 das erste Kavernenkraftwerk der Welt in Betrieb genommen wurde. 1972 ist dessen Betrieb eingestellt worden. Ein Förderverein bemüht sich seit 1992 um die Wiederinbetriebnahme der Anlage.

Die Wanderung führt weiter südwärts über die Halden der Hungerschächte und wieder auf den von rechts kommenden Radweg, der aber nach etwa 150 Metern nach links abbiegt. Von dieser Stelle ausbleibt der Wanderer auf einem Fußweg geradeaus am Westrand eines bewaldeten Halden- und Pingenzuges, der südwärts bis zur bedeutenden Beschert Glück Fundgrube führt, die von 1697 bis 1899 betrieben wurde und reiche Ausbeute brachte.

Huthaus, Maschinenhaus, Scheidebank und weitere Funktionsgebäude laden zum Verweilen und zum Fotografieren ein. Ein am Maschinenhaus befindliches Funktionsmodell der Grube kann in Betrieb gesetzt werden. Die Grube war in der Vergangenheit oft Ziel namhafter Persönlichkeiten (Gedenktafel an der Scheidebank). Über eine steile Treppe (unregelmäßige Stufenhöhen und -breiten!) wird die Schachthalde nach Süden verlassen und auf dem ehemaligen Beschert Glück Kunstgraben nach links zurück zum – Radweg gewandert. Links des Weges kündet ein dicht bewaldeter Haldenzug von intensivem Silberbergbau im 16.–18. Jahrhundert. Unmittelbar am Weg liegt die große Schachthalde der ehemaligen Grube Jung Himmlisch Heer, deren Huthaus noch erhalten ist und die zeitweise zur Förderung einen Pferdegöpel besaß. Dieser Abschnitt des Weges ist identisch mit dem nördlichen Teil des bergbauhistorischen Lehrpfades Brand-Erbisdorf.

Nach Überquerung der Hauptstraße wird weiter auf der – Straße Am Konstantin geradeaus gewandert, die sowohl den Wanderweg Ostsee – Saaletalsperren (blaue Markierung) als auch den Wanderweg Erzgebirge – Vogtland (rote Markierung) begleitet. Rechts ist auf einer bewaldeten Schachthalde das Huthaus der Grube Zscherper 3. bis 5. Maß erhalten. Dahinter folgt die Gaststätte „Zum Konstantin“ und die hochaufragende Schachthalde des Constantin Schachtes, benannt nach dem letzten sächsischen Oberberghauptmann, Constantin Frhr. v. Beust (1806–1897), in dem sich ab 1924 das Oberwerk des Kavernenkraftwerkes befand.

An dieser Stelle kann der Rundwanderweg fakultativ unterbrochen (Wegweiser) und auf der Straße „An der Zugspitze“, die mit der alten vom Gebirge kommenden Kohlenstraße identisch ist, nach Süden zum Mendenschacht der Alten Mordgrube gewandert werden. Der Weg führt vorbei am Südteil der umfangreichen Schachthalde des Constantin Schachtes links, dem Lederwerk Zug links und dem Damm der ersten Eisenschienenbahn auf dem europäischen Kontinent, die vom Mendenschacht aus durch einen Tunnel mit Mundloch über den Damm zur Altmordgrubener Erzwäsche im Gelände der heutigen Lederfabrik führte und 1828 von Brendel erbaut wurde.

Über eine Treppe wird die Schachthalde bestiegen und das hervorragend sanierte Gebäudeensemble des Mendenschachtes (auch Zugspitze genannt, einschl. Gaststätte) als weiteres Beispiel für die architektonische Schönheit der großen sächsischen Silbererzgruben des 19. Jahrhunderts besichtigt (Informationstafel am Haupteingang). Aufschlagwasser für Förderung und Wasserhebung erhielt die Grube über die Mendenrösche (benannt. nach Oberkunstmeister J. F. Mende; Rösche = überdeckter Kunstgraben bzw. tunnelartiger Grubenbau zur Heranführung oder Ableitung von Wasser) aus dem System des Hohe Birke Kunstgrabens. Im Süden des Gebäudekomplexes befindet sich noch ein Wasserhebehäuschen, in dem aus der Rösche Brauch- und Trinkwasser zu den Objekten gehoben wurde. Gegenüber vom Haupteingang westlich der Straße steht in einem Laubwäldchen das ebenfalls sanierte Huthaus der Alten Mordgrube, auch „Lehmhäusel“ genannt.

Die 1899 eingestellte Mordgrube, zu deren Namensursprung es eine uralte Sage gibt, war zeitweise die wichtigste Bleierzgrube des gesamten Reviers. Der Rückweg zum Constantin Schacht erfolgt auf dem gleichen Wege wie der Anmarsch. Vor dem ab 1841 geteuften Constantin Schacht wird der Teil-Rundwanderweg wieder aufgenommen. An dieser Stelle teilte sich bis etwa zum Jahr 1900 der aus dem Freiwald kommende Hohe Birke Kunstgraben in zwei Hauptäste. Auf dem nach Westen führenden war ab Beschert Glück an diese wichtige Strecke gewandert worden; dem nach Nordosten führenden Zweig folgt die weitere Route auf dem Weg – Am Graben, welcher dem Hohe Birke Kunstgraben folgt. Dieser wurde nach Projekten von Martin Planer (1510–1582) 1590 fertiggestellt und war bis zur umfassenden Einführung der Dampfmaschinen und der Elektroenergie die energetische Hauptschlagader des Freiberger Bergreviers.

Noch heute ist der Graben voll funktionsfähig und versorgt z.B. aus dem vor dem Constantin Schacht gelegenen Constantin Teich das Gewerbegebiet Freiberg Süd mit großen Mengen Produktions- und Kühlwasser. Der nun bis zur Kapelle von Zug dem Hohe Birke Kunstgraben folgende Abschnitt des Wanderweges gehört zu den landschaftlich reizvollsten Wegen im Raum Freiberg, da sich von hier aus ein herrlicher Fernblick auf die Höhen des Osterzgebirges ergibt. Zu Füßen des Wanderers liegt das breite Münzbachtal mit dem 1555 angelegten und 1684 auf die heutige Größe erweiterten Berthelsdorfer Hüttenteich. Hier im Münzbachtal befanden sich nachweislich seit 1363 eine Reihe teilweise bedeutender Hütten, deren letzte erst 1789 stillgelegt wurde. Beiderseits des Weges sind zahlreiche Schachthalden des Altbergbaues zu erkennen.

Besonders markant hebt sich links der bewaldete Zug der Obergöpler Schächte auf dem Hohe Birke Gangzug (Hohe Birke Obere 9. bis 12. Maß) heraus, die ab 1647 einen hohen Pferdegöpel (namensgebend) zur Förderung besaßen. Die Halden dieser bis zu 400m tiefen Schächte markieren auch den höchsten Punkt des Stadtgebietes von Freiberg mit 491m über NN. Streckenweise besitzt der Hohe Birke Kunstgraben noch die ursprüngliche Abdeckung mit Holzschwarten als Schutz gegen das Hineinfallen von Laub und Gegenständen. Für die Wartung der Gräben waren Grabensteiger verantwortlich. An der Kapelle Zug befindet sich der gegenwärtige Endpunkt des Kunstgrabens, der ursprünglich mit seinen Abzweigen bis in das südliche Stadtgebiet von Freiberg reichte. Von hier aus führt heute eine Freispiegelleitung zum Waldbad Großer Teich im Stadtwald, um im zuflusslosen Teich durch Zufuhr von Frischwasser den Badebetrieb aufrecht erhalten zu können. Ursprünglich zweigte an dieser Stelle der Zuger Wäschgraben ab, der rechts des Weges drei unmittelbar hintereinander liegende Erzwäschen und die Kröner Fundgrube beaufschlagte. Umfangreiche Wäschsandhalden sind noch heute in diesem kleinen Tälchen anzutreffen.

Nach Erreichen der Haldenstraße wird nach links zum Kreisverkehr gewandert und dieser sofort nach rechts wieder in Richtung Hauptstraße verlassen. Diese verläuft 700 Meter direkt auf dem Hohe Birke Gangzug, dessen zahlreiche, auf 4,5 km Länge wie an einer Perlenschnur hintereinanderliegende Gruben vom Anfang des 16. Jahrhunderts bis 1803 ingesamt rund 174.000 kg Silber und große Mengen an Kupfer und Blei erbrachten und rund 1.500.000 Gulden Ausbeute verteilten. Die allein auf Hohe Birke geförderte Silbermenge entspricht rund zwei Prozent des gesamten im Erzgebirge gewonnenen Silbers. Im Gelände der Schule rechts der Hauptstraße stand der zweite, der „Niedere“ Pferdegöpel auf diesem Gangzug. Etwa 400 m weiter nördlich steht links der Hauptstraße das alte Huthaus der Hohe Birke Fundgrube (19) aus der Zeit um 1700. Nach Erreichen der Straßenkreuzung am Stollnhaus mit dem rechts gelegenen namensgebenden Huthaus samt Bergschmiede Zum Tiefen Fürstenstolln in Emanuel (Stolln = tunnelartiger Grubenbau zur Entwässerung von Gruben) wird die Hauptstraße nach links verlassen und auf der Straße Am Daniel weitergewandert.

Nach etwa 250 Metern wird der Jung Thurmhofer Gangzug gekreuzt (links: Junger Thurmhof Fundgrube mit Huthaus, rechts: St. Wolfgang Fundgrube). Nach weiteren etwa 150 Metern Wegstrecke ist der Danieler Gangzug erreicht. Hier biegt der Weg nach links um. Links des Weges steht das eingeschossige Huthaus der Grube Prophet Daniel. Es stammt aus der Zeit um 1700 und lässt darauf schließen, dass als Nebenerwerb bescheidene Landwirtschaft betrieben wurde. Nunmehr biegt der Wanderweg auf einem – Feldrain nach rechts ab und führt über die Schachthalde der Grube Halbe Kaue zurück zum Altrosenkranzer Gangzug. Von hier aus sind wieder die Drei Kreuze zu erkennen. Links des Weges steht die völlig umgebaute Bergschmiede von Herzog August. Dahinter steht vor der Schulstraße das zwischen 1710 und 1720 erbaute Huthaus des Kurfürst Johann Georgen Stollns und rechts an der Schulstraße das Huthaus von Herzog August ( Anfang 18. Jh.). Von hier führt der Weg nach rechts zurück zum Radweg und zum Ende des Teil-Rundweges Zug (Wegweiser). Der Rückweg zur Stadt erfolgt auf dem gleichen Weg wie der Anmarsch. 

Details

Fitness
Experience
Countryside/Landscape
Height
490 m
451 m

Features & Benefits

Einkehrmöglichkeit
kulturell / historisch
Rundtour

You can find more information here

to the details

Presented with kind support from:
Tourismusverband Erzgebirge e.V.

Tourismusverband Erzgebirge e.V.

Author: Carolin Zimmermann, Silberstadt® Freiberg

Be inspired and remember this page for your visit in the Ore Mountains.

You bookmarked this page!

To manage your wish list or view pages again, go to the travel planner.