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Foto / Bernd März •
Tourismusverband Erzgebirge e.V.
Adam-Ries-Straße 16
09456 Annaberg-Buchholz

Seltenes und altes Handwerk

Heuweben

Karin Wunderlich aus Clausnitz pflegt eine fast vergessene Handarbeit aus Omas Zeiten. Getrocknetes Gras und Getreide fädelt sie durch die Zinken eines Rechens und schenkt den Pflanzen nach ihrer Blüte ein zweites Leben. 

„Einst pflegten Bauersfrauen das Heuweben, aber erst im Spätherbst, wenn draußen soweit alles getan war.“ Die Fußläufer wärmten im kalten Winter. Heute sind die Teppiche aus Heu eher Dekoration für Wohnraum im bäuerlichen Stil. Schicht für Schicht entstehen Gebilde, die am Ende als dekorativer Wandschmuck oder – wie vor allem früher üblich – als Fußabstreicher dienen. Durch das Verwenden verschiedener Pflanzenarten beim Heuweben entstehen tolle Muster. 

Holzkohleherstellung

Zwei Drittel Laub, ein Drittel Weichholz: Das ist die Mischung, aus der Silvio Gläser Holzkohle macht. Einst dauerte es im Erdmeiler eine Woche, ehe die Holzkohle erntereif war. Heute ist es ein Tag. Im beschaulichen Sosa rauchen die Meiler des Familienbetriebs seit 1937. Gläser weiß, dass er und sein Bruder vermutlich die letzten seiner Familie sind, die dieses Handwerk ausführen. 

Das Handwerk indes soll nie in Vergessenheit geraten, es ist immaterielles Welt-Kulturerbe, weil es große Bedeutung für die montane Kulturlandschaft Erzgebirge hat – und Sosa ist zertifiziertes „Köhlerdorf“. Die ehemalige Köhlerei Margraf im Ort wird zur Schaulandschaft. Der Köhlerverein Erzgebirge unterm Dach des Europäischen Köhlervereins bemüht sich um das Kleinod, das die vielen Facetten des Handwerks bewahrt.

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Stuhlbau in Rabenau

Rabenau hat sich bis heute als Zentrum des handwerklichen Stuhlbaus in Sachsen behauptet. Mehr noch: Wie in keiner anderen Region Deutschlands ist hier die traditionelle Stuhlbaukunst erhalten geblieben. Und bis heute hat sich die Tradition des Stuhlbaus gehalten. Noch heute fertigen Stuhlbauer, Flechter und Holzbilder Rabenauer Stühle.

Aus der ehemaligen sächsischen Holzindustriegesellschaft im Stadtzentrum entwickelte sich bis heute ein moderner Polsterbetrieb.  Hier kann man 120 Stühle bewundern – aus der Gotik, der Renaissance, dem Barock, dem Klassizismus, dem Biedermeier und dem Jugendstil. Besonders berühmt wurden die Rabenauer Stuhlbauer für ihre Bugholzmöbel – eine Art Thonetstühle, also geschwungene Wiener Kaffeehausstühle. 

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